Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt

Verkehrstechnik

Ein effizienter Schiffsverkehr ist auf den Wasserstraßen heute ohne die moderne Verkehrstechnik nicht mehr denkbar. Unter der Maritimen Verkehrstechnik werden alle technischen Einrichtungen verstanden, die der Schifffahrt zur Bestimmung ihrer Position, zur Information über die Verkehrssituation und die Wasserstraßen dienen. Gegenüber den klassischen Leuchttürmen und Tonnen haben in den letzten Jahrzehnten moderne, auf Funktechnik, Radar und Datenverarbeitung basierende verkehrstechnische Systeme sehr an Bedeutung gewonnen.

Fachgruppe Nachrichtentechnik

Die Abteilung Verkehrstechnik genannt "Fachgruppe Nachrichtentechnik" ist für das elektronische und elektrotechnische „Innenleben“ von unseren Landradarstationen, Leuchtfeuern, Schaltstellen, Pegeln, der Verkehrszentralen mit umfangreichen Einrichtungen und eine große Zahl kleinerer Objekte vom Schaltkasten über Pegellatten-Anstrahlungen bis zu Transformatorstationen verantwortlich.

An jedem Standort des WSA Weser-Jade-Nordsee verteilen sich die nachfolgend beschriebenen Aufgaben auf die beiden sogenannten "Prüffelder" der Fachgruppe.

Komponenten der Verkehrssicherungssysteme:

Visuelle Navigationshilfen

Funknavigation

  • Satellitennavigationssysteme, wie z.B. DGPS

Vessel Traffic Services (Verkehrssicherungssystem)

  • Verkehrszentrale
  • Radar
  • Präzisionspeileranlagen
  • Richtfunksysteme
  • Radardatenverarbeiten
  • Schiffsdatenverabeitung
  • Informations- und Steuerungssystem
  • UKW-Funkkanäle
  • Fernsteuerung und Fernüberwachung

Durch das Zusammenwirken der einzelnen Komponenten der Verkehrssicherungssysteme wird auf Grundlage der Radar-, AIS- und Schiffsdatenverarbeitung ein fortlaufendes aktualisiertes Verkehrslagebild erzeugt. Anhand dessen überwacht das Personal der Verkehrszentralen den Schiffsverkehr und plant sichere Verkehrsabläufe.

Durch Dopplung vieler Komponenten sind nach außen wirksame Ausfälle sehr selten. Über schnelle Reaktionszeiten des WSA-eigenen Personals an den jeweiligen Standorten werden solche Ausfallzeiten zusätzlich minimiert. Eine Rufbereitschaft ist auch außerhalb der normalen Arbeitszeit Garant für eine möglichst schnelle Reparatur, selbstverständlich auch an Feiertagen.

Eine große Anzahl von Mittel- und Niederspannungsanlagen übernimmt die Energie von den Erzeugern und verteilt sie an die Anlagen des WSA. Bei Netzausfall übernehmen Netzersatzanlagen automatisch die Energieversorgung. Unterbrechungsfreie Stromversorgungen ermöglichen eine nahtlose Umschaltung zwischen der Netz- und Notstromversorgung sicherheitsrelevanter Anlagen. Windkraft- und Solaranlagen versorgen abgesetzte Objekte.

Das Bild zeigt zwei Beschäftigte unterwegs zu einem Leuchtfeuer FGNT


System Maritime Verkehrstechnik (SMV)

Die Einführung des Systems Maritime Verkehrstechnik (SMV) bringt für die Küstenämter der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung gravierende Veränderungen mit sich. Die Arbeitsweisen und Techniken der Vergangenheit unterscheiden sich deutlich vom SMV der Zukunft. Bis dato liefen alle technischen Vorgänge innerhalb eines Amtes ab. Zum Beispiel wurden die Radarbilder von den 8 Radarstationen an der Weser direkt nach Bremerhaven übertragen, lokal verarbeitet und den Nautikern in der Verkehrszentrale Bremerhaven zur Verfügung gestellt.

In der Zukunft werden alle Radarbilder von der Nord- und Ostseeküste zu 3 Rechenzentren übertragen, dort verarbeitet und anschließend in den 9 Verkehrszentralen im Küstenbereich dargestellt. Da Sicherheit ganz groß geschrieben wird, ist der Ausfall eines Rechenzentrums kein Problem, da die verbliebenen aktiven Rechenzentren diese Aufgabe übernehmen. Die Verkehrszentralen werden hiervon nicht beeinträchtigt.

Die ersten Dienste des SMV sind schon aufgebaut und teils auch in Betrieb. Der erste Dienst, der im SMV den Betrieb aufgenommen hat, ist der AIS Dienst (Automatic Identification System). Transponder auf den Schiffen senden ständig ihre Position, den Namen und viele weitere Informationen aus, die dann in der Verkehrszentrale als Daten oder mittels elektronischer Seekarten auf den Bildschirmen zur Verfügung stehen.

Das Foto zeigt diverse Schaltschränke mit Kabeln.

Weitere Dienste, wie zum Beispiel der Darstell- und Eingabedienst, der Radardienst oder der Funkdienst werden durch die Bündelungsstelle aufgebaut und getestet, um danach die alten Anlagen zu ersetzen. Die örtliche Betreuung ist dann Aufgabe der Fachgruppe Nachrichtentechnik und beinhaltet die Wartung, Reparatur und Modernisierung der Dienste.