Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt

Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser-Jade-Nordsee überprüft die Sicherheit des Bremer Weserwehres

Die Fußgängerbrücke am Bremer Weserwehr wird am 30. September 2020 gesperrt

Ausgabejahr 2020
Datum 17.09.2020

Nach Reparaturarbeiten am Bremer Weserwehr wird das trockengelegte Wehrfeld 4 am 29.09.2020 durch das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser-Jade-Nordsee, Bremen, wieder geflutet. Während der jährlich durchgeführten Überprüfung an jeweils einem der fünf Wehrfelder wurden einige Mängel am Bauwerk festgestellt. Mitarbeiter des WSA Weser-Jade-Nordsee konnten die Mängel beseitigen, sodass das Wehrfeld nun wieder betriebsbereit ist.

Ablauf der Flutung

Zunächst wird Weserwasser über ein Ventil in das trockengelegte Wehrfeld eingelassen, bis der Wasserstand im Wehrfeld dem Wasserstand der Weser entspricht. Anschließend wird am 29.09.2020 der 200 Tonnen schwere Revisionsverschluss „gelegt“, der das Wehrfeld zum Unterwasser hin abdämmt. Am 30.09.2020 werden die drei 20 Tonnen schweren Dammbalken im Oberwasserbereich entfernt. Hierfür sind Schwerlastkräne, die die gesamte Fahrbahnbreite der Brücke beanspruchen, erforderlich. Die Fußgängerbrücke des Bremer Weserwehrs wird daher am 30.09.2020 von 08.00 bis 16.00 Uhr gesperrt. Die Verkehrsteilnehmer werden rechtzeitig durch Schilder informiert und zur Karl-Carstens-Brücke (Erdbeerbrücke) umgeleitet.

HINTERGRUNDINFORMATION:

WASSERSTRASSEN- UND SCHIFFFAHRTSAMT WESER-JADE-NORDSEE, BREMEN, ÜBERPRÜFT DIE SICHERHEIT (BAUWERKSINSPEKTION) DES BREMER WESERWEHRS. DIE FUSSGÄNGERBRÜCKE AM BREMER WESERWEHR WIRD AM 30. SEPTEMBER 2020 GESPERRT.

Die Wehranlage ist neben dem Fischpass und der Großschifffahrts- bzw. der Kleinschifffahrtsschleuse ein Bestandteil der Staustufe Bremen.

Das „neue“ Bremer Weserwehr wurde von 1989 bis 1993 erbaut. Es ersetzt das alte Wehr von 1911. Das Weserwehr besteht aus 5 Feldern mit je 30 m Breite. Die Flusspfeiler sind 4,50 m breit. Die Regulierung des Wasserstandes erfolgt durch die beweglichen Fischbauchklappen aus Stahl. Oberhalb des Wehres befindet sich die staugeregelte Mittelweser. Der Wasserstand liegt bei normalen Abflüssen auf NN + 4,50 m. Unterhalb des Wehres befindet sich der tidebeeinflusste Teil der Mittelweser. Der Höhenunterschied an der Staustufe beträgt bei Niedrigwasser ca. 6,0 m, bei Hochwasser ca. 2,0 m.

Das Wehr ist gemäß dem Hochwasserabflusskonzept mit Bremen für eine Abflussmenge von 3.400 m³/s bemessen. Der mittlere Abfluss des Wehres liegt bei 300 m³/s. Der Gesamtabfluss beträgt 4.200 m³/s. Ein Teil der Abflussmenge wird dann oberhalb des Wehres seitlich an das Wehr vorbei über den Werdersee abgeführt. Auch der Ausfall eines der fünf Wehrfelder ist im Hochwasserabflusskonzept berücksichtigt. Über die Staustufe führt eine Fußgänger-/ Radfahrerbrücke, die das Hastedter Ufer über die Brücke der Schleuse mit dem Habenhauser Ufer verbindet. Über die Wehranlage führt eine Betriebsbrücke. Diese Brücke dient für den Materialtransport sowie für die An- und Abfahrt zum Außenbezirk Habenhausen. Jährlich wird eine Bauwerksinspektion durchgeführt die eine Sperrung der gesamten Brücke mit sich zieht. Hierzu stehen zwei 100 to Krane auf der Wehrbrücke, die die gesamte Brückenbreite einnehmen.