Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt

Schleusen und Wehre

In unserem Zuständigkeitsbereich gibt es mehrere Schleusen und ein Wehr.

Bremer Weserwehr

Das Weserwehr in Bremen-Hastedt reguliert bei Stromkilometer 362 den Wasserstand der Mittelweser. Das ursprüngliche Bremer Weserwehr von 1911 wurde von 1989 bis 1993 durch ein völlig neues Wehr ersetzt, welches am 10. Juni 1993 seinen Betrieb aufnahm.

Es liegt etwa 180 Meter flussabwärts des alten Wehres.
Das Bremer Weserwehr besteht aus fünf Wehrfeldern. In den Wehrfeldern befinden sich als Wehrverschluss bewegliche Fischbauchklappen. Durch Legen oder Aufrichten dieser Klappen kann der Wasserstand im Oberwasser reguliert werden. Unter der Wehranlage befindet sich ein Inspektionsgang, der eine Unterquerung des gesamten Bauwerkes ermöglicht. Da die Weser im Unterwasser tidebeeinflusst ist, verändert sich die Höhendifferenz zwischen Oberwasser und Unterwasser stetig. Bei Niedrigwasser beträgt die Fallhöhe des Wehres ca. sechs Meter, bei Hochwasser ca. zwei Meter.

Der Fischpass ermöglicht Fischen, die Wasserspiegeldifferenz zwischen Ober- und Unterwasser des Wehres über ein Treppen- und Beckensystem zu überwinden.

Bremer Schleusen

Unmittelbar neben dem Weserwehr befinden sich zwei Schleusen, die es dem Schiffsverkehr ermöglichen, den durch das Wehr verursachten Höhenunterschied zu überwinden.

Die Großschifffahrtsschleuse Bremen wird im Wesentlichen von der Berufsschifffahrt genutzt und besteht aus einer Schleusenkammer und einem Betriebsgebäude, von dessen Steuerstand aus die Schleuse Bremen, aber auch die Schleuse Oldenburg gesteuert werden.

Die Kleinschifffahrtsschleuse Bremen steht für die Freizeitschifffahrt als sogenannte Selbstbedienungsschleuse zur Verfügung und kann von den Schiffsführern eigenhändig bedient werden.

Zu den Schleusenzeiten gibt es auf einer gesonderten Seite weitere Informationen.

Schleuse Oldenburg

Die Schiffsschleusenanlage Oldenburg stellt die Verbindung der Hunte in den Küstenkanal und in das westdeutsche Kanalnetz her. Sie wird in der heutigen Zeit von ca. 3.500 Binnenschiffen pro Jahr genutzt, die dabei ca. 2,0 Mio. Gütertonnen befördern. Die Freizeitschifffahrt nutzt den Kanal und die Schleuse in großer Anzahl. Die Schiffe überwinden in der Schleuse einen Höhenunterschied von ca. 5,40 m bei Tideniedrigwasser.

Der frühere Hunte-Ems-Kanal überwandt die Strecke von Oldenburg bis zur Ems mit neun Schleusen (Holzbauweise, Länge 30 m, Breite 5 m). 1922 wurde mit dem Ausbau zum Küstenkanal für das 600 t-Schiff begonnen. Diese Kanalstrecke kam mit den zwei Schleusen bei Dörpen und Oldenburg aus. Die Schleuse in Oldenburg wurde für einen 1.000 t-Lastkahn und dem zugehörigen Schlepper geplant. Sie sollte eine Länge von 105 m und eine Breite von 12 m erhalten.

Die Schleuse wurde von 1922 -1928 erbaut. Sohle, aufgehende Wände und Häupter bestehen aus Stampfbeton. Wände und Sohle sind mit Klinker verblendet. Toranschläge, Abdeckungen und Kanten sind aus Obernkirchener Sandstein hergestellt. Schleusentore und Verschlüsse der Umlaufkanäle wurden damals als eiserne Nietkonstruktion erstellt. Für den Bau wurden 19.000 m³ Weserkies, 3.500 t Zement und 850.000 Klinkersteine verbraucht.

Die Schleuse wird von der Schiffsschleusenanlage Bremen aus im 2-Schichtdienst ferngesteuert. Vor Ort ist nur noch ein Mitarbeiter für die Abführung der Hebegebühren untergebracht. Die Schleusenzeit ist an den Werktagen von 05:00 - 22:00 Uhr und am Sonntag von 08:00 - 12:00 Uhr.

Die Betriebszeiten entnehmen Sie bitte hier.

Seeschleuse Wilhelmshaven

Geschichte
Die ersten Planungen für den Bau der 4. Einfahrt und der Seeschleuse gehen auf das Jahr 1917 zurück. In Wilhelmshaven wurden bereits in den Jahren 1871, 1886 und 1909 Einfahrten zu den Hafenanlagen erbaut, die jedoch alle nicht den nautischen und schiffstechnischen Erfordernissen entsprachen. Die Arbeiten zum Neubau der Schleuse begannen im Jahr 1936, bis zum Ende des zweiten Weltkrieges wurde eine Kammer der Schleuse fertiggestellt. Eine Inbetriebnahme der Schleuse konnte kriegsbedingt nicht mehr erfolgen.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Anlage durch die Siegermächte zwischen 1947 und 1949 demontiert und gesprengt. Erst nach dem Beschluss zur erneuten Stationierung von Marineeinheiten in Wilhelmshaven im Jahr 1955 wurden Überlegungen angestellt, die Schleusenanlage wieder aufzubauen. Da die Schleusenkammern die Zerstörungen nach dem Krieg weitestgehend unbeschädigt überstanden hatten, wurde die Seeschleuse mit dem Neuen Vorhafen zwischen 1957 und 1964 wieder aufgebaut.

Die Seeschleuse Wilhelmshaven sowie der Neue Vorhafen sind Anlagen der Marine und unterstehen dem Bundesministerium für Verteidigung. Die Aufgaben zum Neubau und zur Unterhaltung der Marineanlagen sind gemäß Artikel 87b des Grundgesetzes der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes übertragen worden. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser-Jade-Nordsee nimmt diese Aufgaben vor Ort wahr. Auch der Betrieb der Seeschleuse wird vom WSA durchgeführt. Siehe auch Schleusenbetriebszeiten.

Abmessungen
Die Seeschleuse Wilhelmshaven ist eine Doppelschleuse und verbindet die Jaderegion mit den inneren Hafenbereichen und dem Ems-Jade-Kanal. Der Wasserstand im Innenhafen wird über die Seeschleuse geregelt. Die Schleuse hat folgende Abmessungen und technischen Daten:

Schleusenkammer
Länge zwischen den Schleusentoren:390 m
Breite zwischen den Kammerwänden:60 m
Breite zwischen den Schwimmfendern:57 m
Breite der Schleuseninsel:90 m
Schleusenkammersohle:NN - 15,65 m
Kajenhöhe:NN + 3,45 m
Drempelhöhe:NN - 13,65 m
Kammerwandhöhe:19,10 m
Wassertiefe über Drempel:14,75 m u. mittl. Hafenwst. = SKN - 11,45 m
Schleusentore
Länge:60 m
Höhe:20 m
Breite:10 m
Gewicht:1700 t